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Mit dem Taifun nach Berlin

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Der deutsche Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ ist der größte seiner Art weltweit. Seit 1969 zeigen dabei jährlich 800.000 Schüler ihr Können in verschiedenen olympischen Diszipli­nen. Bei den jeweiligen Landesfinalen entscheidet sich, wer sein Bundesland bei den Finalläufen in Berlin vertreten darf. Für Schleswig-Holstein waren diesmal unter anderem drei Ruderteams des Friedrich-Schiller-Gymnasiums (FSG) aus Preetz dabei. Wir haben mit Ihnen über die Vorbereitung, Teamgeist und ihre Medaillenhoffnungen gesprochen.
Kraft, Ausdauer und aber vor allem der Gleichtakt beim Setzen der Ruder sind auf dem Wasser entscheidend. „Rudern ist Teamsport. Wenn einer nicht mitmacht, funktioniert es nicht“, erklärt Beeke Schumacher, „aber wenn alles passt und das Boot gut läuft, ist es, als würden wir über das Wasser schweben.“ Als Steuerfrau fährt die 14-Jährige gemeinsam mit Helene Schernus, Anna Friberg, Charlotte Früh und Kaja Bartsch zum ersten Mal mit nach Berlin. Die Vorfreude ist groß. „Ich freue mich auf die Stimmung dort, die anderen Teams und wir wollen zeigen, was wir können“, betont Charlotte. Um Gleichtakt und Technik stetig zu verbessern, trainieren sie drei- bis viermal pro Woche.
Mit dem Taifun, dem derzeit neusten Boot des Preetzer Ruderclubs, ziehen sie auf der Schwentine direkt unterhalb des Gymnasiums und auf dem Lanker See ihre Bahnen. Immer mit dabei, Trainerin Paula Kroglowski. Mit Wanderfahrten und Rudercamps fördert die Rudersparte das Gemeinschaftsgefühl und den Mannschaftsgeist der jungen Sportler. Jeder hilft jedem und jeder packt mit an, wenn die Boote aus der Halle zum Wasser getragen werden müssen oder nach dem Training die Bootspflege ansteht.
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    Mit dem richtigen Taktgefühl

    Trainiert wird nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern vor allem das harmonische Einsetzen und Bewegen der Ruder.

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Rudern hat in Preetz Tradition. 1954 gründete der Leiter der damaligen Volksschule die erste Schülerruderriege. Heute ist das Gymnasium eine Talentförderschule Sport des Landessport­verbandes Schleswig-Holstein und bietet den Schülern dabei auch weniger bekannte Sportarten an. „Nicht jeder ist ein Fußball-Ass und wir wollen zeigen, was man noch alles machen kann“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Jürgen Wolff den Kerngedanken, lebenslangen Sport zu fördern. Schon in den ersten Schulwochen stellt Wolff den neuen Fünftklässlern daher auch die Ruder-AG vor. Wer möchte, macht beim Anfängerkurs mit und hat danach die Wahl zwischen Breitensportrudern in der Fortgeschrittenen-AG und Rennrudern.
So sind auch Kenneth Carow, Oskar Kroglowski, Marcel Schwab und Simon Weiß zum Rudern gekommen. „Nach einem anstrengenden Schultag bin ich lieber auf dem Wasser als in einer Sporthalle“, nennt Oskar einen Vorteil seines Sports. Rudern heißt draußen sein, Ruhe und Freiheit genießen und gemeinsam mit anderen etwas erreichen. Wie es in Berlin sein wird, wissen die vier bereits aus den vergangenen Jahren. „Es ist aber auch immer wieder eine neue, spannende Erfahrung und im Finale waren wir bisher noch nicht“, berichtet Marcel. Das Finale im Riemen Gigvierer ist ihr nächstes Ziel. Ihr größter Wunsch: Einmal unten in der Max-Schmeling-Halle stehen und eine der Medaillen entgegennehmen.
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Leidenschaft fürs Rudern

Dafür sind sie im Zephyr viele Kilometer auf dem Wasser unterwegs und auch an Land ein Team. „Wir sind schon ne coole Truppe mit einem coolen Trainer“, fasst Simon lachend zusammen. Trainer Florian Reimann war früher selbst am FSG und als Ruderer in Berlin dabei. Damit das Team sein Ziel erreichen kann, schaut er genau, wie das Zusammenspiel von Oberkörper und Beinen oder die Stellung und Bewegung des Ruderblattes noch verbessert werden können. „Wir wollen uns nicht wie vier Ruderer, sondern wie einer bewegen“, erklärt Kenneth das Ziel. Die Tagesform des Teams zeigt sich oft schon beim Einsetzen des Bootes ins Wasser oder wie synchron die vier selbst ins Boot steigen.

Tipp

Egal ob Rudern oder Fußball - mit der Unfallversicherung der Westfälischen Provinzial sind Sie jederzeit gut abgesichert.
Als größtes Boot der Preetzer fährt auch der Achter mit nach Berlin, die Königsdisziplin, da hier der Gleichtakt aller Ruderer am schwierigsten zu erreichen ist. „Wir haben schon genau überlegt, wie wir unsere Talente bei den Qualifikationsläufen des Landes aufteilen, damit möglichst viele unserer Ruderer mit zum Bundesfinale fahren können“, erklärt Wolff. Ein gewisser Ehrgeiz ist zu spüren, aber vor allem die Vorfreude, dabei sein zu können. Mit dem Achter erreichten die Preetzer über das B-Finale den insgesamt 8. Rang, der Renndoppelvierer der Mädchen ebenfalls über das B-Finale den 12. Rang.
Beim A-Final der Gig-Riemen-Vierer fiebern dann alle mit. Die Vorläufe haben Kenneth, Oskar, Marcel und Simon als viertschnellstes Boot abgeschlossen. Das Los weist ihnen jedoch die windanfällige Bahn 5 zu. Bis zur 500-Meter-Marke halten sie dennoch mit und setzen die Führungsboote unter Druck. Dann zeigen der Gegenwind und der hohe Wellengang ihre Wirkung und die anderen Teams können ihre Chance nutzen. Mit einem beherzten Abschlussspurt sichern sich die Preetzer noch Platz 5 und damit die beste schleswig-holsteinische Platzierung bei den Herbstfinals 2018. „Eine Medaille gab es dafür zwar nicht, aber wir wissen, dass wir unser Bestes gegeben haben“, erklärt Kenneth. Das zeigt auch das Lob und die Anerkennung, die die Vier von den anderen Ruder-Mannschaften und Trainern erhalten.
Schon in den 5. Klassen wirbt Jürgen Wolff für den Rudersport. Mit dem Achter konnten sich die Preetzer beim Landesfinale in Ratzeburg für die Teilnahme in Berlin qualifizieren. Die Provinzial unterstützt so viel sportliches Engagement in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seit dem Jahr 2000. Pro Jahr lösen hier mehr als 700 Schülerinnen und Schüler ein Ticket für die Finalläufe von „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin. Sie alle werden von der Provinzial mit einheitlichen Trainingsjacken ausgestattet.


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Text und Fotos: Beatrix Richter, Bühnenbild: Beatrix Richter
Film: Birte Carow und Arne Thomas, Provinzial