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Kreuzfahrt ahoi!

  • Zwischen zwei Kreuzfahrten macht die Aida Luna Station im Kieler Hafen.
  • Mit einem Testkoffer prüft Florian Brardt, ob die Sicherheitsscanner funktionieren.

    Großscanner einsatzbereit

6:30 Uhr im Kieler Hafen. Noch eine Stunde, bis die Aida Luna am Ostseekai anlegen soll. Für rund 2.500 Passa­gie­re endet hier eine Minikreuzfahrt nach Kopenhagen und zurück. Im Kreuzfahrtterminal laufen die letzten Vorbereitungen. Ter­mi­nal­mit­ar­bei­ter Florian Brardt verschafft sich einen Überblick. „Auf der Schiffsanmeldung steht, wie viele Passagiere runter­ge­hen, wie viele rauf und welche Technik zum Ein- und Auschecken benötigt wird“, erklärt der 28-Jährige. Seit vier Jahren arbeitet der gelernte Dachdecker im Kieler Hafen. Gemeinsam mit seinen Kollegen ist er dafür verantwortlich, dass die Technik im Termi­nal läuft und das Schiff den gewünschten Service erhält. Die Aida Luna will in Kiel Frischwasser tanken. Grauwasser und Müll sollen abgegeben werden. Für den Check-in bereiten Brardt und sein Kollege Carsten Balschuweit je drei Scanner für Per­so­nen und Handgepäck vor. Im Kofferzelt machen sie den Großscanner einsatzbereit.

Insgesamt sorgen heute rund 150 Mitarbeiter verschiedener Firmen für einen möglichst entspannten Ur­laubs­an­fang und -ausklang für die Passagiere. Vom Kofferträger bis zum Gabelstapelfahrer. Im Gästeservice und im Sicherheitsdienst. Auch Bundespolizei und Zoll sind vor Ort.
 

Tipp

Wie die Kreuzfahrtprofis arbeiten wir im Hintergrund und sind für Sie da, wenn Sie uns brauchen. Ob persön­lich in unseren Agenturen, über die Scha­den­hot­line oder über unsere Webseite.
  • Millimeterarbeit: Florian Brardt verbindet Landgang und Schiff sicher miteinander.

    Anlegen ist Maßarbeit

In nur zehn Stunden muss alles erledigt sein. Um 18 Uhr will die Aida Luna zu einer 17-tägigen Kreuzfahrt nach Spitzbergen auslaufen. „Dann sind wieder 2.400 Passagiere an Bord, aber ein ganz anderes Pu­bli­kum“, erzählt Martin Steinbuch. Als Hafenagent von Satori und Berger über­nimmt er die Kommunikation zwi­schen der Reederei und den verschie­de­n­en Dienstleistern. Nach dem Anlegen wird er auch als Erster an Bord des Schiffes gehen. Mittlerweile ist die Aida Luna im Hafen. Der typische, lächelnde Mund ist durch die Glasfront des Terminals deutlich zu erkennen. Viele Passa­gie­re beobachten das Anlegemanöver von Deck aus, oder vom Balkon ihrer Kabine.
 
Das Kreuzfahrtschiff ist 252 Meter lang und 32 Meter breit. Bedächtig dreht sich der Riese, um backbord anzulegen. Florian Brardt wartet vorn am Landgang, bis das Schiff seine endgültige Position er­reicht hat. Dann ist er dran. „Jetzt müssen wir den Landgang so mit dem Schiff verbinden, dass die Sicherheit auch gewähr­leistet ist, wenn sich das Schiff bewegt“, erklärt er. Millimeterarbeit. Mehrere Meter über dem Boden. Nach einigen Minuten zeigt das grüne Signal auf dem Monitor: Alles ist sicher mit­ein­an­der verbunden. Die Aida Luna hat pünktlich angelegt.
 
  • Ein Lotsenboot bringt die Losten zu ihrem Einsatz oder holt danach von den Schiffen ab.

    Lotsen sind Spezialisten

 
Damit ist auch die Arbeit des Lotsen erledigt. Er hat die Aida Luna sicher durch die Untiefen der Kieler Förde geleitet. „Für Tankschiffe und Seeschiffe, die mindestens 90 Meter lang oder 13 Meter breit sind oder einen Tiefgang von mindestens 8 Metern haben, ist das Pflicht“, erklärt Thomas Schmidt. Seit elfeinhalb Jahren gehört der gebürtige Thüringer zur Lotsenbrüderschaft NOK II. Die 160 Lotsen betreuen die Bezirke Kiel, Lübeck, Flensburg und die östliche Hälfte des Nord-Ostsee-Kanals (NOK). 45.248 Schiffe, haben sie allein 2018 begleitet und beraten. Dafür ist die Lotsenstation auf dem Kieler Leuchtturm rund um die Uhr besetzt. Auch an Weihnachten und Silvester. „Wir arbeiten meistens auch einen Tag am Wochenende“, erzählt Schmidt, „trotzdem bin ich lieber Lotse als Kapitän und dafür jeden Tag bei meinem Sohn.“ Wie seine Kollegen ist er früher zur See gefahren. Wer in Kiel Lotse werden will, muss mindestens zwei Jahre Erfahrung als Kapitän oder 1. Offizier mitbringen. Und investiert als Lotsenanwärter noch einmal acht Monate. Nur wer die Besonderheiten der vier Bezirke gut kennt, kann die großen Schiffe sicher durch Fahrrinnen, Strömungen und Untiefen navigieren. Im Zusammenspiel mit dem jeweiligen Kapitän. Die stählernen Riesen müssen dann auf Knopfdruck reagieren.
 
Wie seine Kollegen ist Thomas Schmidt zur See gefahren, bevor er Lotse wurde.
Zwischen zwei Kreuzfahrten macht die Aida Luna Station im Kieler Hafen.
In der Fertigung prüfen Jan Hinze (li.) und Bernd Titze, ob die Schottdurchführung alle Vorgaben erfüllt.
Perfektion gefragt: Die Durchführungen dürfen kein Wasser durchlassen und müssen feuerfest sein.
 

Flüstermodus für Schiffsmotoren

Mehrere tausend PS sind nötig, um die großen Schiffe in Fahrt zu bewegen. Der Lärm der leistungsstarken Motoren soll für die Kreuzfahrer aber möglichst nicht zu hören sein. „In den Kabinen darf es mit maximal 60 Dezibel gerade einmal so laut sein, wie bei einem normalen Gespräch“, erklärt Dirk Broneske. Gemeinsam mit seinem Bruder Rüdiger leitet er das Familienunternehmen Schwingungstechnik Broneske in Quickborn. „Wir haben uns auf elastische Lagerungen für Abgasleitungen spezialisiert. Damit sind die Leitungen sicher mit dem Schiff verbunden, übertragen jedoch kaum Vibrationen und Geräusche von den starken Motoren auf den Schiffsrumpf“, erläutert der promovierte Ingenieur. Die besondere Herausforderung: Die Abgasleitungen können bis zu 500°C heiß werden und dehnen sich dementsprechend aus. Das müssen die Kompensatoren aushalten und ausgleichen können. Gleichzeitig sollen sie die Durchführungen durch Decks und Schotts feuerfest und wasserdicht abschließen. Weder darf eventuelles Feuer aus dem Maschinenraum auf die anderen Decks gelangen. Noch anders herum Wasser eindringen können.
 

Tipp

Wir versichern Profis. Wir können Versicherung und unterstützen 70.000 Gewerbekunden mit maß­ge­schnei­der­ter Risikoabsicherung. Das machen wir auch gern für Sie.

Unser Angebot für Firmenkunden
1972 gründete Vater Erwin Broneske sein eigenes Ingenieurbüro, um seine damals einzigartige Idee umzusetzen. Ein elastisches Halterungssystem für Schiffe. Heute ist die Firma Weltmarktführer für die elastische Lagerung von Abgasrohrsysteme und beschäftigt mehr als 40 Mitarbeiter. Sowohl Entwicklung als auch Produktion laufen in Quickborn. Neue Produkte entstehen zunächst als Berechnung und Zeichnung am Computer, dann am 3D-Drucker. Die Spezialisten liefern maßgeschneiderte Lösungen statt Massenwaren. Da Schiffe individuell gefertigt werden, hat jedes Abgasrohrsystem seine eigenständige Geometrie. Und ist je nach Schiffsgröße bis zu 70 Meter lang.
Auch auf der Aida Luna leistet Schwingungstechnik von Bronekse einen wichtigen Beitrag zur Erholung der Gäste. Heute kann das Schiff pünktlich um 18 Uhr Kurs auf Spitzbergen nehmen. Alles hat gut geklappt. Hinter den Kulissen haben zirka 150 Kreuzfahrtprofis dafür gesorgt, dass die Passagiere ihren Urlaub sicher und entspannt beginnen können.
 


Ein Lotsenboot bringt die Losten zu ihrem Einsatz oder holt Sie danach von den Schiffen ab.


Lotse an Bord

Kreuzfahrtriesen in den Kieler Hafen oder große Tankschiffe in die Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals zu navigieren ist Millimeterarbeit. Das dürfen nur die 160 Lotsen der Brüderschaft NOK II. Wir haben sie auf ihrer Wachstation im Kieler Leuchtturm besucht.

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Cathy Stössel arbeitet seit zehn Jahren im Kreuzfahrthafen von Kiel.


Ein Tag im Kreuzfahrthafen

Nur zehn Stunden liegt die Aida Luna zwischen zwei Kreuzfahrten im Kieler Hafen. Ein straffer Zeitplan für den Wechsel von 5.000 Passagieren und viel Arbeit für die 150 Menschen, die hinter den Kulissen für einen entspannten Urlaubsausklang bzw. -anfang sorgen.

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Text: Beatrix Richter
Quellenangabe Fotos: Beatrix Richter, Pat Scheidemann, AIDA Cruises, Hendrik Wenzel, Matthias Mauch